Feministische Bibelgespräche

Passen Feminismus und Bibel zusammen? Auf jeden Fall, sagen die Theologinnen Luzia Sutter Rehmann und Ulrike Metternich. Sie ordnen biblische Texte mit feministisch und sozialgeschichtlich geschultem Blick neu ein. Sie hinterfragen tradierte Lesarten und interpretieren die biblischen Geschichten ungewohnt – nämlich politisch und zugleich spirituell. Sie lesen die Bibel als ein Buch der Beziehungen, auf der Suche nach Heilwerden, Gerechtigkeit und Frieden. Und sie verbinden diese Suche mit den Fragen der Gegenwart.

Ulrike Metternich und Luzia Sutter Rehmann engagieren sich als Bibelwissenschaftlerinnen seit rund 30 Jahren für eine feministische Theologie. Ulrike Metternich leitete als Projektstudienleiterin an der Evangelischen Akademie zu Berlin 16 Jahre lang die Feministische befreiungstheologische Sommerakademie. Luzia Sutter Rehmann ist Professorin für Neues Testament an der Universität Basel, hat mehrere Bücher veröffentlicht und für die Bibel in gerechter Sprache das Lukas-Evangelium neu übersetzt.

www.eaberlin.de/feministische-bibelgespraeche

Feministische Bibelgespräche

Neueste Episoden

SklavInnen in der Gemeinde von Korinth

SklavInnen in der Gemeinde von Korinth

33m 50s

Im römischen Korinth galten Sklavinnen und Sklaven nicht als Menschen, sondern als Körper, als sprechende Werkzeuge. Sie konnten beliebig für sämtliche Bedürfnisse ihrer BesitzerInnen gebraucht oder missbraucht werden. Die kleine messianische Gemeinde dort hatte eine hohe Anziehungskraft für versklavte Frauen und Männer. Warum war die Gemeinde für diese Menschen so attraktiv? Darüber sprechen Luzia Sutter Rehmann und Ulrike Metternich in dieser Folge mit der Theologin Kathy Ehrensperger. Im Gespräch zeigt sich, dass es damals wie heute darum geht, Menschenwürde zu schützen.

Schwimmt gegen den Strom! Der Brief an die Gemeinde in Rom

Schwimmt gegen den Strom! Der Brief an die Gemeinde in Rom

41m 14s

Zu Gast bei Luzia Sutter Rehmann und Ulrike Metternich ist die Theologin Claudia Janssen, die für die Bibel in gerechter Sprache den Brief an die Gemeinde in Rom („Römerbrief“) übersetzt hat. Der erweist sich im Gespräch als Zeugnis einer lebendigen Diskussions- und Glaubensgemeinschaft, in der Frauen und SklavInnen wichtige Aufgaben übernehmen. Zum Eingangstor wird das letzte Kapitel: Die dort erwähnte Phoebe war nicht nur die Überbringerin des Briefes, sondern seine erste Interpretin und Erklärerin. Und Tertius, ein Sklave, outet sich als einer der Schreibenden. So liest sich Paulus neu und sehr zeitgemäß. Sein Aufruf „Schwimmt nicht mit dem Strom“ (Römer...

Brot in schlechten Zeiten

Brot in schlechten Zeiten

32m 47s

Die „Speisung der Fünftausend“ lässt sich auch als eine Gegengeschichte zum Bankett des Herodes lesen, an dem Johannes der Täufer ermordet wurde. Bei Herodes herrschte Überfluss, während draußen die Menschenmengen hungerten. Die Herrschenden, die sich gerne als „Hirten“ bezeichnen ließen, gaben ihnen weder Schutz noch Nahrung. In dieser Folge zeigen Luzia Sutter Rehmann und Ulrike Metternich: Dass die verstörte Menge nicht auseinanderläuft, sondern sich von Jesus ermutigen lässt, zusammenzuhalten und an ihrer Menschlichkeit festzuhalten, ist das eigentliche Wunder.

Thekla, Paulus und die Rolle der Frauen

Thekla, Paulus und die Rolle der Frauen

33m 24s

Die Akten der Thekla und des Paulus spiegeln einen Konflikt wider, der in den christlichen Kirchen bis heute nicht gelöst ist: Wie steht es um die volle Gleichberechtigung der Frauen? Die kleine Schrift aus dem 2. Jahrhundert erzählt von der Begeisterung, mit der Thekla, eine junge Frau, die befreiende Predigt des Paulus hört und aus allen ihr zugeschriebenen Rollen ausbricht, um selbst zu lehren. Damit setzt sie ihr Leben aufs Spiel. Während Tekla starke Unterstützung von anderen Frauen erfährt, verhält sich Paulus ihr gegenüber ambivalent. Luzia Sutter Rehmann und Ulrike Metternich beleuchten, was an dieser Geschichte einer selbständig lehrenden Frau...